Sonderausstellung 2021

SAISONERÖFFNUNG

Der Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz lädt Sie zur festlichen Jubiläumsfeier am Samstag, den 26.6.2021 ins Eisenbahn Museum im Südbahn Heizhaus, herzlich ein.
Ihr Kommen würde uns ehren und freuen.

Wir feiern:

150 Jahre Südbahnstrecke Villach – Lienz – Franzensfeste

40 Jahre Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz

Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino 2021

Festprogramm:
10:00 Uhr Festakt im Langlokschuppen Südbahn Heizhaus
Festfanfare
Begrüßung durch den Obmann der Eisenbahnfreunde in Lienz
Ing. Wolfgang Fleissner

Ansprachen

Die Eisenbahn und Lienz
Bgm DI Elisabeth Blanik Stadt Lienz

Die ÖBB und ihre Südbahnstrecke
Reinhard Wallner
Regionalmanager ÖBB Personen Verkehr AG

Transport-Transit-Mobilität 2021
Mag. Andreas Eisendle
Generalsekretariat des EVTZ „Europaregion
Tirol-Südtirol-Trentino“

Festfanfare

Südbahn-Heizhaus
Vom Bahnbau in Lienz 1869/71 bis zur Gegenwart
Buchpräsentation Dr. Martin Kofler
Leiter des Tiroler Photoarchives in Lienz (TAP)

ÖBB 77.244 – Optische Restauration einer
Südbahn-Dampflokomotive

Gerfried Moll (EBFL)

Festfanfare

Frühschoppen bis 13:00 Uhr

Musikalische Gestaltung:
Eisenbahner-Stadtkapelle Lienz

Durch das Programm führt:
Dr. Karl Notdurfter (EBFL)

Getränke, Südbahn-Gulasch, Würstel,
Kuchen und Kaffee – EBFL

Kinderprogramm mit Glücksrad und Malecke
EuregioFamilyPass-Stand
Koordinatorin Silvia Ramoser
EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino

Es gelten die aktuellen Covid-Bestimmungen

150 Jahre Südbahn Villach-Lienz-Franzensfeste

Am 20. November 1871, nach einer Bauzeit von 26 Monaten, konnte um 10 Monate früher als geplant, die Strecke Villach-Franzensfeste dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Die Südbahn-Gesellschaft verteilte 20.000 Gulden an die Gemeinden für „Arme an der Bahnlinie“. Die Eröffnung wurde mit einem großen Festzug begangen.

Das Tal und die Nachbarbezirke Lienz und Bruneck erlebten einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Holzhandel blühte und auch der Tourismus wurde angekurbelt. Die Eisenbahn brachte viele Urlauber und Touristen, sodass in den 70er- und 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts bereits von einem echten Fremdenverkehr gesprochen werden konnte. Die Dolomiten wurden schlagartig in den Kreisen der Alpinisten bekannt. Einhergehend wurden einige Hotels u.a. auch Südbahnhotels gebaut. 1910 hatte das Pustertal bereits 11.000 Fremdenbetten.

Ab 1953 wurden die Dampflokomotiven sukzessive durch Diesellokomotiven ersetzt. Der Dampflokbetrieb endete auf der Strecke Spittal-Innichen 1963. Am 14. November 1971 wurde das 100-jährige Bestehen der Pustertalbahn mit einem Jubiläumszug von Lienz nach Franzensfeste gefeiert. Seither wurde die Strecke den modernen Anforderungen angepasst. 1991 erfolgte der Abschluss der Elektrifizierung. In den Jahren 2019-2021 wurden zahlreiche Bahnhöfe durch die ÖBB modernisiert und in Lienz – in Zusammenarbeit mit der Stadt – das Mobiliätszentrum (in Fertigstellung) geschaffen.

Neben der Belebung der Wirtschaft in vielen Sparten, brachte die Bahn aber auch einen hier bisher nicht vorhandenen Berufsstand ins Pustertal: die Eisenbahner. So beschäftigte die Südbahn allein in Lienz 800 Personen, was bei einer Annahme von drei Familienmitgliedern pro Beschäftigten bedeutet, dass 2.400 Personen von der Bahn lebten. Dieser Zuwachs erforderte den Aus- und Aufbau alter und neuer Wohnhäuser, die zu ganzen Eisenbahnersiedlungen anwuchsen. Viele Eisenbahner fanden ihren Arbeitsplatz im heute einzigen erhaltenen Südbahn Heizhaus, das zur Wartung der „Dampfrösser“ errichtet wurde. Hatte Lienz 1870 2.000 Einwohner, so waren es 40 Jahre später bereits 6.000.

Herausgeber: Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz

Eingeleitet von einem historischen Überblickstext versteht sich der Bildband als Beitrag zum heurigen Jubiläum 150 Jahre Eröffnung der Südbahnstrecke Villach – Lienz – Franzensfeste im Jahre 1871 sowie zum Museumsjahr 2021 der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zum Thema “Transport – Transit – Mobilität”.

Der Bildband bietet eine “Visual History” des Lienzer Heizhauses samt des umgebenden Bahnhofareals und seiner Stadt von der Bauzeit 1869/71 bis zur Gegenwart, von der technischen Entwicklung der Maschinerie bis hin zu den Eisenbahnern vor Ort, von der Aufbruchszeit und dem Ersten Weltkrieg über die politischen Zäsuren für Lienz/Tirol/Österreich 1918/1938/1945 herauf bis zur fruchtbaren 40-jährigen Arbeit des “Vereins der Eisenbahnfreunde in Lienz (EBFL)” seit 1980. “Visual History” meint nicht nur die Geschichte der Fotografien, sonder auch deren Bedeutung als wichtige eigenständige Quellen mit gewisser Ästhetik und immanenter Strahlkraft.

Martin Kofler, Mag. phil., Dr. phil., Master of Arts, Studium der Geschichte an der Universität Innsbruck und University of New Orleans, seit 2011 Leiter des Tiroler Archivs für photographische Dokumentation und Kunst (TAP), hat die Texte dieses Buches verfasst und die Fotos ausgewählt.